Verena Siol Kunsttherapie

Möglichkeiten der Kunsttherapie

Möglichkeiten der Kunsttherapie

Notfälle und Krisen führen Menschen an ihre Belastungsgrenzen, so dass ihr Selbst- und Weltverständnis grundlegend erschüttert wird. Körperliche und seelische Beeinträchtigungen sind die Folge. Betroffene leben in einem Gefühlsnebel ohne das Hilfsmittel der Sprache nutzen zu können. Erlebnisse können verbal kaum kommuniziert werden, weil sie unsagbar, oder schambehaftet sind, sie brauchen eine nonverbale Ausdrucksmöglichkeit.

Die universelle Sprache der Kunst, therapeutisch eingesetzt, kann helfen, seelischen Ressourcen der Betroffenen erlebbar zu machen, ermöglicht das Unfassbare in die eigene Biografie zu integrieren, zu betrauern und zu akzeptieren. Auf dieser Basis ist eine Neuorientierung möglich, Perspektiven mit Hilfe der erarbeiteten Ressourcen werden eröffnet.

In der kunsttherapeutischen Praxis sind drei Ebenen und ihre Beziehungen zueinander von Bedeutung: das künstlerische Gestalten am Werk, die Beziehung zwischen Therapeut und Klient sowie die Betrachtung des Werkes und seine Wirkung.

Im Finden lebensbejahender Lösungen bekommt der Klient die Unterstützung der Kunsttherapeutin. Die eigene Gestaltung ist ein neu geschaffenes, begreif- und handhabbares Objekt. Der Patient erlebt Vertrauen in die eigene Handlungskompetenz.

Es sind keine künstlerischen Fähigkeiten und Vorkenntnisse nötig, die Kunsttherapie ist frei von ästhetischen und stilistischen Regeln und Wertungen.